

Spätestens im 4. Quartal will Warschau die Modernisierung und Erweiterung seiner Müllverbrennungsanlage (Zaklad Unieszkodliwania Stalych Odpadow Komunalnych; ZUSOK) ausschreiben. Für das rund 720 Mio. Zl (knapp 186 Mio. Euro; 1 Euro = 3,8782 Zl im April-Durchschnitt 2010) teure Vorhaben sucht Polens Hauptstadt einen privaten Investor, der im Gegenzug für die Projektierung und Durchführung der Baumaßnahmen die Anlage über einen Zeitraum von 20 Jahren oder länger betreiben darf.
Die MVA wird im Eigentum der Stadt verbleiben und ist daher von dem privaten Partner über den besagten Zeitraum zu pachten. Die ihm zu 100% zustehenden, erwirtschafteten Umsätze werden laut einer bereits vorliegenden Machbarkeitsstudie voraussichtlich etwa zu gleichen Teilen durch Gebühren, die er für die Annahme des Mülls von Abfallsammelbetrieben erhält, und aus dem Verkauf der daraus gewonnenen Energie (als "grüne Energie" durch handelbare Zertifikate gefördert) kommen. Die MVA könnte bereits im ersten Jahr nach ihrer Erweiterung Gewinn abwerfen. Allerdings trägt der Privatinvestor den größten Teil des Risikos (zum Beispiel schwankende Energiepreise).
Das Rathaus und seine Berater, in diesem Fall ein Konsortium unter der Leitung des Wirtschaftsprüfungs- und Consulting-Unternehmens Deloitte, rechnen mit großem, privaten Beteiligungsinteresse, zumal sich auch die Europäische Investitionsbank (EIB) für das Projekt interessiert. Denn die Förderung durch eine internationale Finanzierungsinstitution würde für den Privatinvestor Fremdkapital-Zugang zu niedrigeren als marktüblichen Zinsen bedeuten. Als Auftragnehmer kämen nicht nur ausländische Firmen, sondern auch einheimische Großunternehmen mit staatlicher Beteiligung in Frage.
Den ganzen Bericht von Heiko Steinacher finden Sie bei Germany Trade & Invest: www.gtai.de
