Stand: 15.02.2011Brasilien: Abfallwirtschaft gewinnt an Dynamik

Konsumboom erhöht Dringlichkeit / Gesetz nimmt gesamte Lieferkette in die Pflicht

Etwa zwei Drittel des brasilianischen Mülls stammt aus dem Süden oder Südosten, 22% aus dem ebenfalls dichtbevölkerten Nordosten. Pro Tag fallen landesweit 150.000 bis 160.000 Tonnen Müll an, pro Jahr rund 56 Mio. Tonnen. Zwar werden 88% des Abfalls entsorgt, jedoch gelangen davon laut Branchenverband Abrelpe nur 57% auf adäquate Deponien.

Das Recycling erreicht bei einigen Produkten sehr hohe Werte, bleibt aber insgesamt noch stark hinter seinem Potenzial zurück. Während der Anteil bei Aluminiumdosen dank einer Million Müllsammler (Catadores) bei 98% und bei PET-Flaschen bei 56% liegt, sammeln erst 8% der Städte wiederverwertbaren Müll ein.

Nach Angaben des Unternehmerbundes für Recycling (Cempre) liegt der Anteil von wiederverwertetem Abfall bei 13%, das Wachstumspotenzial hingegen bei 50%. Carlos Silva, Direktor bei Abrelpe, hält öffentlich-private Partnerschaften (PPP) für einen geeigneten Lösungsansatz. Nach Schätzungen des Think Tanks Ipea verschwendet Brasilien durch unterlassenes Recycling pro Jahr etwa 8 Mrd. Real ( rund 3,51 Mrd. Euro).

Ein Erfolgsbeispiel ist langlebiges Verpackungsmaterial (z.B. Papier, Plastik oder PET), das heute eine Vielzahl von Wiederverwendungen findet. Bei anderen Produkten wie PCs, Handys und Haushaltselektronik befindet sich der Recycling-Prozess noch am Anfang, obwohl die Unternehmen sich schnell an die neuen Richtlinien der Nationalen Abfallpolitik anpassen müssen, da sonst drakonische Strafen drohen.

Nach Meinung von Victor Bicca, Präsident von Cempre, muss neben einer Verbesserung der Entsorgungslogistik auch für eine größere Präsenz von Recyclinganlagen sowie Anreize für Unternehmen gesorgt werden.

Der neue Rechtsrahmen der Nationalen Müllpolitik wird Bicca zufolge die Lage verbessern, da die Hersteller mehr für eine umweltgerechte Entsorgung nach Ablauf der Lebensdauer in die Pflicht genommen werden. Aus der Industrie kommt jedoch auch viel Kritik. Die ausufernde Bürokratie könnte nach Meinung vieler Elektronikproduzenten das System verkomplizieren, da für jede Transportdienstleistung eine Steuernote ausgestellt werden.

Lesen Sie den gesamten Bericht zu Brasilien bei Germany Trade & Invest unter:     www.gtai.de

 
 

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Quelle: Euwid

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