Stand: 19.09.2008Technologienetzwerke

Über die Hälfte von rund 600 Unternehmen des Leitmarkts Kreislaufwirtschaft, die für den Umwelttechnologieatlas 2.0: GreenTech Made in Germany befragt wurden, gehört einem Innovationsnetzwerk an (Quelle:    www.bmu.de). Meistens kooperieren Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Kunden und Zulieferer. Beinahe in jedem dritten Netzwerk gehen auch Wettbewerber zweckgebundene Kooperationen ein. Unternehmen erhoffen sich von dieser Zusammenarbeit einen verbesserten Informationsaustausch sowie leichteren Zugang zu neuen Märkten.

In vielen Fällen übernehmen Wirtschaftsverbände die Koordination der Netzwerke. Deshalb sehen die meisten Unternehmen das Motiv der Interessensvertretung in ihren Netzwerken als ausreichend erfüllt. Bei der Bewertung der Kooperation zeigen sich die Unternehmen auch mit dem erreichten Informationsaustausch zufrieden. Verbesserungsbedarf wird jedoch auf dem Feld der gemeinsamen Produktentwicklung gesehen.

Die Forschungseinrichtungen im Leitmarkt kooperieren sowohl untereinander als auch mit anderen Unternehmen. Über die Hälfte der Netzwerke ist auf europäischer Ebene angesiedelt. Wichtigster Geldgeber für Forschung im Leitmarkt Kreislaufwirtschaft ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung, gefolgt von der Privatwirtschaft. Die Forschungsprojekte decken ein breites Spektrum ab. Schwerpunkte bilden vor allem die Bereiche der minimierung von Abfällen in Produktionsprozessen und roh- und werkstoffliche Verwertungsprozesse.

Auf der Deutschlandkarte sind die befragten Unternehmen aus dem Leitmarkt gemäß ihrer Größe sowie relevante Forschungseinrichtungen dargestellt (siehe Abbildung). Die Einfärbung der Bundesländer zeigt, wie viele Personen im Leitmarkt beschäftigt werden. Besonders beschäftigungsstarke Regionen sind Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Karte deutet auf Ballungsgebiete von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Regionen um Bremen, Berlin, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Essen hin.

Regionale Verteilung der Firmen und Forschungs-
einrichtungen im Leitmarkt Kreislaufwirtschaft

(Quelle: GreenTech made in Germany 2.0, BMU, 2009)

Kooperationen

Die folgenden Beispiele zeigen, auf welchen Gebieten Kooperationen bestehen und welche Ergebnisse sie erreicht haben:

  • Die Logex System GmbH, eine Mittelstandskooperation aus über 40 Unternehmen, bietet flächendeckende Abfall-Entsorgungslösungen für Industrie, Handel und Kommunen an. Die eingerichtete Systemzentrale bündelt die gemeinsamen Interessen der Partner, kümmert sich um die Akquisition und Abwicklung flächendeckender Entsorgungsdienstleistungen, überwacht das zentrale Stoffstrommanagement verwertbarer Abfälle und führt Marktanalysen durch. Für ihre Zusammenarbeit wurde die Logex System GmbH mit der Auszeichnung "Beste Kooperation von Dienstleistungsunternehmen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet.
  • Das interdisziplinäre Netzwerk innovative Kreislauftechnologien (   NiK) versteht sich als Plattform für die Vorbereitung, Anbahnung und Verwirklichung von kreativen Kreislauftechnologien und -strategien. Das Netzwerk zielt auf innovative und effiziente Lösungen zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Es ist Geburtsort vieler gemeinschaftlicher Projekte im Leitmarkt. Koordiniert vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik entwickelten zum Beispiel das Logistikunternehmen DHL, die Interseroh AG und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. ein Konzept für die verschiedenen Rücknahmemodelle von Elektro- und Elektronikgeräten.
  • Das Institut für Umweltverfahrenstechnik der Universität Bremen arbeitet derzeit an einem Verfahrenskonzept zur Aufbereitung und Kreislauferschließung von schwer belasteten Industrieabwässern aus verschiedenen Branchen. Durch den Einsatz einer angepassten Prozessführungsstrategie sowie der innovativen Kombination von modernen Technologien zur Aufwasseraufbereitung wird das Ziel der Ressourcenminimierung und der Kreislaufschließung verfolgt. Gefördert wird dieses Projekt unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

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