Stand: 14.08.2008Prinzipien

Hilfe zur Selbsthilfe

Jede Unterstützung der Nutzergruppe (deutsche Unternehmen, Hochschulen, Planungsbüros etc.) ist darauf ausgerichtet, dass diese selbständig ihre Ziele erreicht. Die Initiative darf nicht so missverstanden werden, dass sie z.B. neue Subventionsmöglichkeiten schafft. Bestehende Förder- und Investitionshilfen werden durch die Initiative lediglich vermittelt, um den notwendigen Anstoß für die Exportaktivität zu geben, die sich dann aber selbst tragen muss.

Keine Standardlösungen

Standardisierte Abfallwirtschaftslösungen sind im Ausland nicht pauschal anwendbar. Bei der Bewertung der Frage der "richtigen" strategischen Ausrichtung der jeweiligen Abfallpolitik müssen der jeweilige Entwicklungsstand des Umweltschutzes und der Abfallwirtschaft sowie die Gegebenheiten (Umweltverhalten, Abfallzusammensetzung, Rechtsgrundlagen und Vollzug, wirtschaftliche Entwicklung, Entsorgungsmarkt, Gebührenmodelle, etc.) in der Zielregion im Vordergrund stehen.

Aus Sicht der deutschen und europäischen Umweltpolitik ist z.B. die Abfallbeseitigung in der Siedlungsabfalldeponie in der Abfallhierarchie klar letztrangig und kann auch in ihrer Umsetzung nicht losgelöst von den Systemen der Getrennterfassung, der Wertsstoffsammlung und der Verwertung der organischen Abfälle betrachtet werden. Allerdings ist dieser Kontext in den meisten Entwicklungsländern so (noch) nicht vorhanden und kann nur in langwierigen Prozessen schrittweise hergestellt werden. Daher ist es sinnvoll, dass auch "bescheidene", aber realisierbare Abfallwirtschaftsziele verfolgt werden, die eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Status Quo mit sich bringen, obwohl sie nicht unseren Ansprüchen entsprechen: Die bessere Lösung statt der optimalen Lösung.

Die Entwicklung und Anhebung von technischen Standards bleibt nichtsdestoweniger ein Fokus der strategischen Ausrichtung. Die Einhaltung von technischen Standards für die Abfallsammlung, -aufbereitung und -entsorgung wirkt sich direkt auf die Verbesserung des Umweltzustandes aus und führt zur Internalisierung unerwünschter externer Effekte. Gleichzeitig öffnet sie das Tor für die Vermarktung hochwertiger Technologien in Abhängigkeit von landesspezifischen Bedingungen.

Synergien lassen sich am besten in einem Kernbereich (ausgewählte Länder und Regionen) erreichen. Einzelprojekte oder Erfahrungen von deutschen Anbietern gibt es in fast allen Ländern der Erde. Gefragt ist der gemeinsame Nenner der Auslandsaktivitäten, so dass die RETech-Initiative sich auf einen Kernbereich konzentriert, bei dem sich die höchste Zielerreichung (Anhebung der ökologischen Standards, wissenschaftliche und wirtschaftliche Erfolge) erwarten lässt. Genauere Informationen zu der Länderauswahl finden Sie im Bereich    Länderprofile.

Forcierung des Know-how-Transfers

Ein weniger restriktiver Umgang mit hochwertigen Informationen und die Wissenserweiterung und -anwendung sollen gefördert werden. Im Kontext des internationalen Wettbewerbs soll der Informationsvorsprung und das technologische Wissen Made in Germany gewahrt und ausgebaut werden. Allerdings dürfte dies in einer globalisierten Wissensgesellschaft durch restriktive Maßnahmen immer schwieriger sein. Eine restriktive Informationspolitik stellt darüber hinaus keine reale Barriere für Wettbewerber im Ausland darstellen. Daher soll es vielmehr darum gehen, den besagten Vorsprung durch Generierung von neuem anwendungsbezogenem Wissen nachhaltig sicherzustellen. Hier ist die Rolle der deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch der Ingenieurbüros und der mittelständischen Unternehmen des Anlagenbaus Ausschlag gebend. Die Herausforderung für die Zukunft liegt darin, die effizientesten Leistungen unter verschiedenen Rahmenbedingungen länderspezifisch zu erbringen.

 
 

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Quelle: Euwid

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