Stand: 02.07.2010Veranstaltungsbericht

RETech Informationsveranstaltung zum polnischen Markt: Unternehmer und Experten diskutieren Chancen und Herausforderungen

Am 15.6.2010 begrüßte Herr Dr. Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, mehr als 90 Teilnehmer von Firmen und Verbänden aus dem Bereich der Abfallwirtschaft. Das Bundesumweltministerium hatte zusammen mit den Partnern der RETech-Anlaufstelle in das Presse- und Besucherzentrum des Bundespresseamtes im Herzen von Berlin eingeladen.

In der Begrüßungsansprache an die Teilnehmer ging Herr Dr. Wendenburg insbesondere auf die beispielhafte deutsch-polnische Zusammenarbeit ein und die Möglichkeiten, die der polnische Markt zukünftig bietet. Die Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie, die Polen im Rahmen seiner EU-Mitgliedschaft innerhalb der nächsten Jahre zu erfüllen hat, ist eine große Herausforderung für das Land.

Der nationale Abfallwirtschaftsplan sieht daher bis 2013 für Maßnahmen zur Abfallreduzierung und –entsorgung Investitionen von rund 2,3 Mrd. Euro vor. Daneben stellt die EU für Polen 1,4 Mrd. Euro für abfallwirtschaftliche Vorhaben und Maßnahmen zum Bodenschutz zur Verfügung.

Die Referenten informierten umfassend zu den Chancen und Herausforderungen eines Engagements in der polnischen Abfall- und Recyclingwirtschaft:

Herr Prof. Tadeusz Pajak, tätig an der Universität Krakau und als Berater des polnischen Umweltministeriums, stellte den abfallwirtschaftlichen Weg Polens dar. Neben einer Potentialanalyse in Bezug auf Abfallmengen und –zusammensetzung sowie Deponierung informierte er ausführlich zu den notwendigen und gewünschten Abfallbehandlungstechnologien für Polen in der nahen Zukunft.

Frau Dr. Karolina Kapsa (Certifizierungsgesellschaft für Managementsysteme mbH Umweltgutachter, Berlin) referierte über den Bau und Betrieb von abfallwirtschaftlichen Anlagen in Polen. Sie informierte detailliert zu Ablauf und Dauer von Genehmigungsverfahren und behördlicher Überwachung.

Herr Dr. Christian Schnell (BSJP Brockhuis Schnell Jurczak Prusak Sp.k., Warschau) stellte Finanzierungsmodelle, Fördermöglichkeiten, Investitionshilfen sowie Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien (unter die auch Energie aus thermischer Verwertung fällt) vor.

Herr Jerzy Szczesny, Referent im Deutschen Bundestag, brachte den Teilnehmern das „Who-is-Who der polnischen Abfallwirtschaft“ näher mit wichtigen Informationen zu Verwaltungsaufbau, abfallwirtschaftlichen Zuständigkeiten sowie gesetzliche Rahmenbedingungen mit rein.

Die Teilnehmer nutzten lebhaft die Möglichkeit, nach den Vorträgen mit den Experten ihre individuellen Fragen zu diskutieren. Viel diskutierte Themen waren besonders die Pläne der polnischen Regierung, die Entsorgungsverantwortung von den einzelnen Bürgern auf die Kommune zu übertragen, und die Frage, wann und wie Polen die Vorgaben der EU im Abfallbereich umsetzen kann.

In Ergänzung zu den umfassenden Marktinformationen stellten am Nachmittag drei Unternehmer ihre praktischen Erfahrungen beim Engagement in Polen vor: Frau Malgorzata Czaikowska (ALBA Management GmbH) referierte zum Bau und Betrieb einer Restmüll-Sortieranlage. Herr Bernhard Reiling (Bernhard Reiling Glas Recycling GmbH & Co) umriss seine Erfahrungen im Bereich Glasrecycling in Polen. Herr Michael Ludden (Sutco Recycling Technik GmbH & Co) beschrieb den Weg seines Unternehmens in Polen und gab praktische Tipps für ein Engagement deutscher Maschinen- und Anlagenbauer.

Aufgrund des großen Interesses und der breiten positiven Resonanz erwägt die RETech nun, das erfolgreiche Veranstaltungsformat auch für andere Länder und Regionen durchzuführen.

 
 

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Quelle: Euwid