

Durch die weltweit weiter zunehmende Bevölkerungszahl und infolge des global ansteigenden Lebensstandards kommt der sachgerechten Abfallentsorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern eine immer größere Bedeutung zu. Hierbei wird die geordnete Deponierung von Abfällen in den nächsten zwei Jahrzehnten in den meisten dieser Länder die wichtigste Methode der Abfallbeseitigung darstellen, bevor das Niveau einer integrierten Abfallwirtschaft mit hohen Recyclingquoten und weitgehender Abfallvorbehandlung erreicht werden kann. Die derzeitige Praxis der "Abfalldeponierung" führt in den meisten Länden zu gravierenden Gesundheits- und Umweltschäden, aber um auch mit geringen finanziellen Mitteln eine geordnete Deponie zu planen und zu betreiben, fehlen den Fachleuten in Entwicklungs- und Schwellenländern häufig die erforderlichen Kenntnisse.
Da in Deutschland in den vergangenen dreißig Jahren umfangreiche praktische und wissenschaftliche Erkenntnisse im Bereich der Deponietechnik gewonnen wurden, bietet es sich an, dass diese Erkenntnisse für die Kollegen in Entwicklungs- und Schwellenländern aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Von dem Arbeitskreis "Geotechnik der Deponiebauwerke" der DGGT (Deutsche Gesellschaft für Geotechnik, www.dggt.de) und vom Fachausschuss "Deponien" der Verbände DWA ( www.dwa.de) & VKS im VKU ( www.vksimvku.de) wurde deshalb eine gemeinsame Arbeitsgruppe "Landfill Technology" gegründet.
Die Arbeitsgruppe bereitet ein "Toolkit" für Deponieexperten vor, in dem die erforderlichen methodischen Ansätze und Kenntnisse für die Planung, den Bau, den Betrieb und die Überwachung von Deponien unter Berücksichtigung unterschiedlicher soziokultureller, abfallwirtschaftlicher, klimatischer und ökonomischer Bedingungen zusammengefasst werden ( www.landfill-technology.de). Das technische Niveau der Darstellung der Zusammenhänge soll sich an den üblichen Regelwerken wissenschaftlichtechnischer Vereinigungen (z.B. den GDA-Empfehlungen des AK 6.1 der DGGT) orientieren. Die englischsprachige Publikation der Ergebnisse wird über das Internet erfolgen, um für eine rasche und kostengünstige Verbreitung zu sorgen und den angestrebten Know-how-Transfer sicherzustellen. Die Erstellung der Materialien erfolgt ehrenamtlich durch die Mitglieder der Arbeitsgruppe.
Interessenten mit Vorschlägen für Fallbeispiele (Gesamtplanungen kontrollierter Ablagerungen und geordneter Deponien in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie interessante konstruktive Einzellösungen und Details) werden gebeten, sich mit dem Obmann der Arbeitsgruppe in Verbindung zu setzen.
In dem Toolkit "Landfill Technology" sollen alle methodischen Ansätze und das detaillierte Knowhow zusammengestellt werden für
Das Hauptziel des Toolkits besteht darin, die ingenieurtechnischen Vorgehensweisen zu erläutern, um den Deponieexperten in anderen Regionen zu ermöglichen, eigene Lösungen zu entwickeln, die die soziokulturellen, abfallwirtschaftlichen, klimatischen und ökonomischen Bedingungen in ihren Ländern berücksichtigen, und die sowohl ökologisch wirksam als auch kosteneffizient sind. Das Vorhaben wendet sich gezielt an Fachleute in Entwicklungs- und Schwellenländern, die im Bereich der Deponietechnik tätig sind. Hierbei sollen die Experten aller Planungs- und Umsetzungsebenen angesprochen werden. Im Fokus stehen die planenden Ingenieure, die eine Deponie von der Konzeption bis zur Ausführungsplanung gestalten und in der Regel auch für die Ausschreibung und die Bauüberwachung verantwortlich sind. Daneben werden aber auch die anderen Fachleute angesprochen, die an einer Deponie beteiligt sind. Dies sind Mitarbeiter von
Das Toolkit "Landfill Technology" berücksichtigt vor allem Deponien für Siedlungsabfälle, aber viele der behandelten Aspekte können auch bei Industrie- und Sonderabfalldeponien sowie Schlammablagerungen Anwendung finden. Das technische Niveau des Toolkits entspricht dem Niveau der Regelwerke der beteiligten wissenschaftlich-technischen Vereinigungen DGGT und DWA und erfordert deshalb zur Umsetzung den gut ausgebildeten (Bau-)Ingenieur. Diese qualifizierten Ingenieure sind nach den Erfahrungen der Arbeitsgruppenmitglieder in den meisten Ländern, die mit dem Bau von Deponien beginnen, durchaus tätig. Um die technischen Informationen zu verbreiten, sollen die Beiträge der Arbeitsgruppe und ihrer internationalen Kooperationspartner im Internet auf einer eigenen Website der Arbeitsgruppe publiziert werden. Damit stehen die Materialien des Toolkits "Landfill Technology" nahezu kostenlos (von den Leitungskosten der Nutzer abgesehen) und jederzeit weltweit abrufbar - sofern ein Internetanschluss vorhanden ist - zur Verfügung. Dieser einfache und preisgünstige Zugriff auf die Materialien der Arbeitsgruppe ist eine wesentliche Voraussetzung für deren rasche Verbreitung. Alle Materialien der Arbeitsgruppe werden vorläufig in englischer Sprache erstellt, um einen möglichst großem Kreis von Interessenten den sprachlichen Zugang zu ermöglichen. Übersetzungen in weitere Sprachen sind denkbar.
