

Die Wirtschaftskrise hat tiefe Spuren auf dem nationalen und internationalen Recyclingmarkt hinterlassen: Sinkende Nachfrage nach Sekundärrohstoffen und Absturz der Handelspreise wirkten sich gleichermaßen negativ aus. Sowohl massiver Umsatzeinbruch als auch Arbeitsplatzabbau in der Branche sind unter anderem die Folgen.
Auch das Jahr 2010 wird nicht einfach, allerdings hat sich die Marktsituation in den ersten drei Monaten des Jahres wieder erfreulicher gestaltet. Während bis Herbst 2009 hinein Nachfrage und Preise von Sekundärrohstoffen auf niedrigstem Niveau verharrten, veränderte sich die Situation seit Oktober in kleinen, aber kontinuierlichen Schritten.
Angesichts der stetig steigenden Nachfrage nach Sekundärrohstoffen aus dem Ausland, aber auch aus dem Inland, kann man „vorsichtig“ von einer positiven Trendwende sprechen. Auch wenn die Märkte insgesamt noch eine starke Volatilität zeigen und die Finanz-und Wirtschaftskrise sicher noch nicht ausgestanden ist, so zeichnet sich eine allmähliche Umkehrung ab.
Die wirtschaftlichen Probleme im Jahreszeitraum 2009 spiegeln sich auch in der Statistik wieder. Die Rezession hat die Altpapierbranche mit voller Wucht getroffen. So verbrauchte die deutsche Papierindustrie per Saldo 14.797 Mio. Tonnen Altpapier, das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,5 % bzw. 696.000 Tonnen. In Deutschland ansässige Papierfabriken arbeiteten im ersten Halbjahr auf mengenbezogen niedrigem Niveau, die Auftragslage war schlecht.
Annähernd befriedigende Altpapierorder ließen sich ausschließlich aus Asien verzeichnen. Sie trugen mit dazu bei, dass es nicht zu größeren Altpapier-Lagerbeständen kam. Über das zweite Halbjahr verbesserte sich das Gesamtbild um den Rohstoff Altpapier. Der im Lauf von Herbst 2009 und Winter 2009/10 aus tiefstem Preistal heraus zu verzeichnende Anstieg der Vergütung führte bis in den aber Januar gerade mal auf das Vorkrisenniveau vom Herbst 2008.
Nach ruhigem Beginn des Jahres 2010 im Altpapiersegment entwickelt sich die Nachfrage nach Altpapier lebhaft. Diese Nachfrage wird gestützt durch Sonderfaktoren: Sowohl innereuropäisch als auch in Asien werden neue zusätzliche Produktionskapazitäten der Papierindustrie fühlbar, die Altpapier als Rohstoff einsetzen. Da Altpapierlagerbestände bei den Lieferanten durch das konjunktur- und winterbedingt niedrige Aufkommen nicht vorhanden waren, führt die gestiegene Nachfrage regelrecht zu „just-in-time-Versorgung.Lagerbestände sind folglich weder auf der Lieferanten- noch auf der Abnehmerseite zu finden und der Altpapierbedarf kann zurzeit nur mit großer Anstrengung der Altpapierentsorgungswirtschaft gedeckt werden.
Frau Heinz
Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung
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