

Abfall ist ein Thema das uns weltweit beschäftigt. Durch steigende Bevölkerungszahlen und einer Tendenz zur Urbanisierung wird immer mehr Abfall produziert. In der Regel ist die Abfallproduktion an das Wirtschaftswachstum gekoppelt. Je höher der Wohlstand umso größer die Abfallmenge. So lassen sich weltweit große Unterschiede zwischen den produzierten Abfallmengen zeigen. In Vietnam fallen bei einem durchschnittlichen Einwohner rund 100 Kilogramm Hausmüll an, der Durchschnittskanadier hingegen generiert die 10-fache Menge [Vehlow 2006]. Die Abfälle unterscheiden sich jedoch nicht nur in der Menge, klimatische, ökonomische und regionale Randbedingungen wirken sich auch auf die Zusammensetzung des Abfalls aus. So lässt sich z. B. mit steigendem Urbanisierungsgrad ein Ansteigen der Kunststofffraktion im Hausmüll nachweisen.
Ähnlich wie das Abfallaufkommen und die Abfallzusammensetzung international stark variiert, wird auch die Art und Weise der Abfallbehandlung international unterschiedlich gehandhabt. Auch in Europa, trotz europäischer Abfallrahmenrichtlinie, ist bisher kein einheitliches Bild zu erkennen. So existieren Länder wie z. B. Deutschland oder die Niederlande in denen zu überwiegenden Teilen auf Verbrennung gesetzt wird neben Ländern wie Griechenland oder Slowenien in denen bisher keine Abfallverbrennungsanlage existiert.
Die Vorteile einer thermischen Abfallverwertung liegen klar auf der Hand. Die zu deponierende Abfallmenge wird auf ca. 10 Volumenprozent reduziert, es werden sämtliche organischen Verbindungen zerstört und der Energieinhalt des Abfalls zur Erzeugung von Energie genutzt, die für die Versorgung von Industriebetrieben oder in Fernwärmenetzen Verwendung findet. Durch diesen Prozess werden fossile Ressourcen geschont und gleichzeitig CO2-Emissionen eingespart. Darüber hinaus werden auf der Deponie entstehende schädlichen Methanemissionen, die in ihrer Klimawirkung um das 25-fache schädlicher sind als CO2-Emissionen, vermieden.
Laut dem Umwelttechnologieatlas für Deutschland des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit beträgt der Jahresumsatz der Abfallindustrie in Deutschland 50 Mrd. Euro. Für die Zukunft wird von einem stetig wachsenden Markt für die Abfallverbrennung ausgegangen. Besonders durch die Verknappung von Deponieflächen in urbanen Zentren und den sogenannten Megacities entstehen immer neue Anlagen zur Abfallverbrennung. Darüber hinaus wird von immer mehr Regierungen Abfall als ein Thema verstanden, das essentielle Auswirkungen auf Umwelt und Klima besitzt und somit Handlungsbedarf gesehen.
Aktuell findet sich der Markt für Abfallverbrennung überwiegend in Westeuropa und in einigen asiatischen Ländern. In diesen Regionen ist die Abfallverbrennung etabliert, hat jedoch, bis auf Ausnahmen wie Japan, noch nicht die maximalen Verbrennungskapazitäten installiert, so dass hier weiterhin ein Marktpotenzial zu sehen ist. Andere Länder wie die USA oder China haben bisher die Abfallverbrennung nur in geringem Maße umgesetzt und verfügen aufgrund ihrer Bevölkerungsstärke über ein enormes Potenzial. Es ist jedoch zu beachten, dass in vielen Ländern nicht in dem Maße Entsorgungskosten durchgesetzt werden können wie dies in Europa der Fall ist. Somit müssen sowohl im Bereich der Investitionskosten als auch der Betriebskosten Einsparungen vorgenommen werden, die nur teilweise durch unterschiedliche Lohnniveaus ausgeglichen werden können.
Das Potenzial der Abfallverbrennung ist auf jeden Fall noch lange nicht ausgeschöpft. Hier entsteht aktuell für deutsche Unternehmen ein interessanter internationaler Markt sowohl im Bereich des Anlagenbaus als auch im Bereich der Instandhaltung und Modernisierung.
