Stand: 15.12.2009Länderprofil Ungarn:
Situation des Entsorgungsmarktes
Finanzierung der Abfallentsorgung
- In Kommunen Abfallgebühren und zusätzlich Strafgebühren (allerdings Höhe stark variierend)
- Lizenzierungspflicht für Verpackungen nach Vorbild Grüner Punkt, Ökosteuern, umweltbezogene Produktgebühren bzw. Entsorgungsgebühren auf bestimmte Produkte (z. B. Batterien, Reifen)
- Nationaler Umweltschutzfond
- Zuschüsse aus Staatshaushalt und europ. Fonds über operatives Programm Umwelt und Energie, ca. 80 % der abfallwirtschaftlichen Investitionsprojekte bislang mit Abdeckung durch EU-Mittel realisiert
Beteiligung des informellen Sektors
Formal nicht vorgesehen, aber vereinzelt privater Aufkauf und Handel mit Wertstoffen, auch verbreitet Second-Hand Handel einschließlich im Bereich Baustoffe.
Installierte Abfallentsorgungstechnologien/ Entsorgungsinfrastruktur
Sammlung:
- Fast flächendeckend haushaltsnahe Restmüllsammlung und getrennte gewerbliche Sammlung
- Trockene Wertstoffe (vor allem Glas, Papier, Metalle, Plastik) hauptsächlich über Bringsysteme
- Verpackungen: Erfassungssystem nach Vorbild des Dualen Systems über Öko-Pannon
- Sammlung biogener Abfälle aus Haushalten entwickelt sich langsam, Ausweitung ist aber geplant
Transport:
Gängiges Spektrum an Sammelspezial- und Entsorgungsfahrzeugen, Transferstationen im Ausbau.
Vorbehandlung:
- Weiterer Ausbau von Sortierkapazitäten im Rahmen von ISPA-Investitionen und durch Privatsektor
- Kompostierung mit großem Stellenwert, MBA bislang erst vereinzelt in Anwendung
Verwertung:
- Ausreichende industrielle Kapazitäten und Nachfrage nach Sekundärrohstoffen
- 120 geplante Kompostieranlagen, ca. die Hälfte ist realisiert, Regeln zur Gütesicherung existieren
- Bereits Mitverbrennungskapazitäten in einigen Zement- und Kraftwerken, Ausbau ist vorgesehen
Beseitigung:
- Deponierung verbleibt mittelfristig Hauptentsorgungsoption, Zahl offiziell betriebener Deponien in 2007 bei 150, ab 2009 Reduzierung auf 60 und bis 2014 auf 37, einschließl. Sondermülldeponien
- Eine aktive Müllverbrennungsanlage mit Gesamtjahreskapazität von 420 Tsd. Mg in Budapest
- Mehrere Anlagen zur thermischen Behandlung von gefährlichen Abf aus Industrie und Medizinsektor
Wettbewerber im Bereich Entsorgungsdienstleistungen/Abfallbehandlungstechnologien
Sammlung:
- Vergabe Entsorgungsleistungen für SiedAbf. über kommunale Ausschreibungen, Wertstoffsammlung von Großentsorgern und zahlreichen weiteren beauftragten Unternehmen abgedeckt
- hohe Präsenz international agierender Entsorger über ungar. Tochtergesell. od. Beteiligungen, oft joint ventures/PPPs mit Kommunen, teils kommunale Gesellschaften diese sind aber im Rückgang
- derzeitige Marktführer AVE, Bio-Pannonia (ehem. Becker), Remondis, ASA, Saubermacher, Recultiv, perspektivisch Marktkonsolidierung und weitere Monopolisierung des Entsorgungssektors erwartet
- Verpackungen über Vertragspartner der Öko-Pannon, Becker-Pannonia mit großen Anteilen
Transport:
Teildienstleistung der Großentsorger, teils beauftragte Dritte und spezialisierte Logistikunternehmen
Vorbehandlung:
Tochterfirmen/Beteiligungsgesell. privater Großentsorger vielfach als Anlagenbetreiber (häufig bei Sortieranlagen), teils auch kommunale Betreibergesellschaften oder joint venture/PPP-Modelle
Verwertung:
- gute Industriestruktur und funktionales System zur Sekundärrohstoffnachfrage und -versorgung
- Verschiedene Gesellschaften als Koordinierungsstellen zur Erfüllung industrieller Recyclingverpflichtungen (u. a. WEEE, ELV, Batterien), Entsorger aktiv bei Kompostwerken und E-Schrott
- Verpackungen: Firmen mit Verwertungsauftrag durch Öko-Pannon
Beseitigung:
- Beseitigung Kommunen und joint-venture-Gesellschaften mit privater Beteiligung Hauptbetreiber von Deponien
- Städt. Entsorgungsgesellschaft betreibt MVA Budapest, Industrie tätigt Verbrennung gefährlicher
- Abf. sowie Mitverbrennung, vereinzelt private Entsorger bei Sonderverbrennung aktiv (Recultiv)