Stand: 20.06.2011Länderprofil
Türkei:
Umweltpolitische und abfallwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Umweltpolitik
- Umweltschutz in Artikel 56 der Verfassung v. 1982 verankert, Umweltschutzgesetz No. 2872 folgt am 11.08.1983,
2004 u. 05 Ergänzungen zu Pflichten u. Strafen, Neufassung des Gesetzes in 2006
- Angleichung an EU-Regelungen im Bereich Umwelt ist fortgeschritten, bereits weitreichende Abfallgesetzgebung
mit Regulierungen einzelner Abfallströme angelehnt an EU-Direktiven
- Nationale Umweltstrategie von 2006 mit Zielen u. Massnahmen für den Zeithorizont 2007-2023
- Land ist Unterzeichner der wichtigsten internat. Umweltkonventionen (z.B. Basel Abkommen)
Rechtsgrundlagen und Rechtsnormen
In Kraft:
- Umweltgesetz v. 2006 fordert u.a. bis 2017 Anschluss d. Kommunen an geregelte Deponie, große Städte
schon früher, gibt Recyclingquoten für bestimmte Materialien u. dazu zeitliche Steigerung vor
- Abfallwirtschaftsverordnung (No. 20814, 1991), weitere Verordnungen mit teils überlappenden Regelungen,
darunter spezielle Verordnung zu Krankenhausabf (No. 21586, 1993), Verpackungen (No. 25538/2004), Bauabf (No.
25406, 2004), Altöl (No. 25353, 2004), gefAbf (No. 22387, 1995), Akkus/Batterien, Elektroschrott (2008) u.a.
Festlegung d. Produzentenverantwortung bei Batterien
- Nationaler Aktionsplan Abfallwirtschaft 2008-2012 v. Mai 2008, sieht u.a. Stadtverbünde für
Abfwirtschaft vor
- Umweltsteuergesetz (gibt jährl. Höhe v. Umweltabgaben -nach Baustruktur/Gebäudeart/-nutzg.-
vor)
In Planung:
- integriertes nationales Abfallwirtschaftsprogramm in Orientierung an EU soll geschaffen werden
- EU-konforme Regelungen zu Altbatterien (15% Erfassungsquote bis 2015, z.Zt. 5%) u. zu Altreifen
Organisation und Verantwortlichkeiten
Umsetzung der Rechtsnormen:
- höchste Instanz u. Aufsichtsbehörde ist Ministerium für Umwelt und Forsten (Çevre ve
Orman Bakanlığı) unterstützt durch regionale (Provinz) Direktionen, daneben
Teilzuständigkeiten bei verschiedenen Institutionen angesiedelt
- Entsorgungszuständigkeit liegt bei Kommunen
Kontrolle/ Überwachung der Einhaltung:
Erfüllung abfallwirt. Vorgaben wird durch o.g. Aufsichtsinstanzen auf Distriktebene überwacht,
teil-weise Komptenzüberschneidung u. fehlende koordinative Abstimmung involvierter Instanzen, mangelnde
Ausstattung, Facherfahrung u.Motivation begünstigen schleppenden u. ineffektiven Vollzug
Stoffspezifische Informationen
Abfallarten:
alle gängigen Abfallarten; EU-ähnliche Zuordnung wobei Abgrenzung von Siedlungsabfall und industrieller
Abfall diffus ist
Abfallmengen:
Aufkommen 2008 [Mio. Mg]: Siedlungsabfall 30, ca. 1,1 [kg/EW d], Tendenz steigend, gefAbf 2
Abfallzusammensetzung:
Siedlungsabfälle:
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Abfallart
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Anteil an Abfällen [%]
|
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biologische und Grünabfälle
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56
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PPK
|
10
|
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Kunststoffe
|
10
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|
Holz
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5
|
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Glas
|
4
|
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mineralische Abfälle
|
3
|
|
Metall
|
2
|
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Restmüll
|
10
|
Wertstoffe:
|
Wertstoffart
|
Anteil an Abfällen [%]
|
|
Papier
|
45
|
|
Kunststoffe
|
20
|
|
Glas
|
18
|
|
Metalle
|
9
|
|
Gummi
|
3
|
|
Textilien
|
5
|
Abfallströme und Entsorgungswege:
- Siedlungsabfälle 2008 [%]: geordnete Deponien: 45, Müllkippe: 50, Kompostierung u. andere Methoden:
2-5
- Sonderabfälle 2004 [%]: Beseitigung hauptsächlich durch Verbrennung: 47, Verwertung: 45, stoffl.
Rückgewinn.: 8
Emissionspotential:
Skalenwert: 8 (Skala 1 [gering] - 10 [hoch]), hoher Organikanteil im Müll, kaum Vorbehandlung vor
Deponierung, Gaserfassung u. –nutzung auf Deponien erst langsam im Aufbau
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