

Bisher liegen die wichtigsten Märkte der deutschen Entsorgungswirtschaft in Westeuropa. Der Investitionsbedarf für Entsorgungstechnologien in ausgewählten Ländern (u.a. EU, Russland, Türkei, ASEAN-Staaten, China und Indien) für den Zeitraum 2004 bis 2020 wird auf 43,8 Mrd geschätzt. Ein Teil der Anlagentechnik wird in den Zielländern selbst hergestellt werden, so dass die Importnachfrage dort letztendlich halbiert wird. Experten zufolge kann die hochwertige deutsche Abfallwirtschaft mit Exportaufträgen im Wert von 5,7 Mrd. € rechnen.
Die Europäische Union setzt durch Richtlinien für die Abfallwirtschaft den europäischen Mitgliedsländern einen Rahmen, der für viele EU-Mitglieder für die nächsten Jahre eine deutliche Entwicklung und damit Investitionen erfordert. Teilweise sind diese Vorgaben sehr konkret und mit klar zeitlich beschriebenen Übergangsvorschriften verbunden. Die Anforderungen an die Vorbehandlung von Abfällen vor deren Ablagerung auf Deponien bzw. die noch zulässigen Restgehalte an biologisch abbaubaren Stoffen werden im europäischen Rahmen einen wesentlichen Motor der Entwicklung bilden.
Auch außerhalb der Europäischen Union werden zumindest die Staaten mit einer größeren wirtschaftlichen Entwicklung zunehmend mit dem Problem konfrontiert sein, dass die Entsorgung wachsender Abfallmengen mit Umweltproblemen verbunden ist, die eine einfache Ablagerung auf Deponien nicht mehr zulassen. Notwendig sind Entsorgungsanlagen auf einem angemessenen Stand der Technik, die diese Umweltprobleme vermeiden oder zumindest deutlich reduzieren.
Vor dieser Problemstellung stand auch Deutschland und musste eine darauf abgestimmte Lösungsstrategie entwickeln. Entsprechend wurde die Abfallwirtschaft konzeptionell weiterentwickelt und vor allem auch technische Lösungen gefunden. Der deutsche Anlagenbau hat bei der Problemlösung Standards gesetzt, die erwarten lassen, dass sich andere Länder daran orientieren.
Die Datenlage zur abfallwirtschaftlichen Situation in den einzelnen Ländern ist sehr schlecht. So liegen selbst für so bedeutende Staaten innerhalb der Europäischen Union wie Spanien nur Schätzungen über das Abfallaufkommen vor. Noch schlechter ist der Informationsstand über die Art der Abfallentsorgung sowie den erreichten Technologiestand. Aus diesem Grund hat das BMU ein Forschungsprojekt vergeben mit dem Ziel, abfall- und entsorgungsspezifische Länderprofile über 33 Länder zu erstellen.
Darüber hinaus zeigt auch das iXPOS-Portal, wo weitere Länderinformationen zu erhalten sind und wer bei der Recherche zu einem bestimmten Zielmarkt weiterhelfen kann. Die iXPOS-Länderdossiers enthalten neben Basisinformationen zum Land aktuelle Daten zu Wirtschaft und Außenhandel, wichtige Links und natürlich Kontaktadressen für Ihren Zielmarkt.
